In Italien kommt man einfach nicht drum herum, gut zu essen. Aber wer ins Piemont fährt, darf nicht länger als 3 Tage dort bleiben, denn ansonsten nimmt er gnadenlos zu. Es gibt keine Chance, dort wenig zu essen oder leichte Kost zu sich zu nehmen. Daher, drei Tage in einem schönen Resort gastieren, in wunderbaren Restaurants schlemmen, die guten Weine kosten und dann nichts wie wieder weg!

Die leckere und einzigartige Zeit im Piemont erreicht mit der „Fiera del Tartuffo“, dem offiziellen Beginn der Trüffelsaison, ihren Höhepunkt. Grund genug, sich die Region einmal etwas genauer anzusehen.

Das schöne Alba in der Provinz Cuneo im Piemont ist nicht nur wegen der weißen Trüffel eine Reise wert. Es ist eine kleine italienische Stadt mit einem wunderschönen Stadtkern. Alba ist die größte Stadt der Region Langhe und etwa 70 km vom Flughafen Turin entfernt.

Aus der Römerzeit sind die Überreste einer Befestigungsanlage mit Mauern und einem Tor erhalten sowie einige mit Mosaiken ausgelegte Gebäude. Zu den bedeutendsten Bauten zählen der Dom aus dem 15. Jahrhundert und die Johannes dem Täufer geweihte Kirche, Chiesa di San Giovanni Battista.

Die engen Gassen laden zum Bummeln ein, die Hauptstraßen Via Cavour und Via Vittorio Emanuele sind mit Arkaden und vielen Geschäften geschmückt. Am Hauptplatz der Stadt, der Piazza Risorgimento, befinden sich sowohl der Dom San Lorenzo als auch das hübsche Rauthaus. Über die ganze Stadt verstreut finden sich weitere einladende Kirchenbauten und Paläste aus der langen Geschichte Albas.

Die Stadt ist umgeben von berühmten Wein- und Obstanbaugebieten. Sie ist aber auch ein Zentrum der Süßwarenindustrie (seit 1946 Hauptsitz der Firma Ferrero). Die berühmten Weine der Langhe mit so gewichtigen Namen wie BAROLO, BARBERA und BARBARESCO sowie der weiße Trüffel, der in der unmittelbaren Umgebung zu finden ist, locken besonders im Herbst viele Touristen in die Stadt und ihre Umgebung.

Direkt am Stadtrand, beim Bahnhof, gibt es seit 2007 den „neuen“ Trüffelmarkt. Inzwischen ist dieser in einer riesigen Halle untergebracht mit vielen Angeboten von regionalen Herstellern und Trüffelsuchern, die alle Dinge anbieten, die irgendwie mit Essen, Trinken und … richtig, Trüffel, zu tun haben.

Den traditionsreichen Trüffelmarkt gibt es natürlich schon viel länger, jedoch war er damals in einer eher kleineren Markthalle im Stadtzentrum. Nach wie vor wird man von dem Geruch beim Betreten der Halle schier umgehauen.

Jeden Samstag und Sonntag im Oktober bevölkern die Gourmets und Hobby-Feinschmecker  die große Messehalle in Alba. Neben den berühmten weißen Trüffeln gibt es dort auch andere Spezialitäten und vieles mehr aus der Region Piemont, angereichert mit Trüffel oder auch ohne.

Aber auch die Auswahl an Weinen lässt keine Wünsche offen. Auf der Messe findet man wohlschmeckende Weine aus der Gegend. Übrigens auch feinste Haselnusstorten (eine echte Spezialität aus dem Piemont, da dort viele Haselnussbäume kultiviert werden, die eine extrem gute Qualität aufweisen) und sonstige Leckereien. Nicht umsonst kommt Nutella ja auch aus dem Piemont.

Die berühmten weißen Alba-Trüffel kann man selbst aussuchen. Nach sorgsamem Abwiegen wird dann der Preis berechnet. Es gibt sogar eine Art „Richter” bzw. „Kontrolleur” vor Ort, zu dem man gehen kann, um sich nach dem korrekten Preis des Trüffels zu erkundigen, falls man das Gefühl haben sollte, zu viel bezahlt zu haben. Die Kilopreise schwanken von Jahr zu Jahr in der Regel zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Für eine ausreichende Portion über Nudeln gerieben rechnet man pro Person mit 10 bis 25 g Trüffel.

 

Wen wundert es bei all den Köstlichkeiten, die Mutter Natur diesem Landstrich geschenkt hat, dass das Piemont in der Rangfolge der Erwähnungen bei den Restaurantführern immer auf einem führenden Platz zu finden ist, darunter das gerade erst vom „Guide Michelin“ mit einem Stern ausgezeichnete „Guido da Costigliole“ im wundervollen Hotel „Relais San Maurizio“. Auch das Restaurant „La Rei“ im 5-Sterne-Resort-&-Spa-Hotel „Il Boscareto“ hat wieder einen Stern erhalten. Das Resort ist eine unvergleichbare Wohlfühloase inmitten einer unberührten piemontesischen Traumlandschaft.

Wer Lust hat und ein neugieriger Feinschmecker ist, der sollte im Herbst oder Winter ins Piemont fahren, in das schöne Langhe-Tal, denn die Gegend um Alba (Montforte d ́Alba, La Morra, Serralunga d‘Alba und andere bezaubernde Orte) ist einfach unbeschreiblich.

Im November ist der Trüffel übrigens noch besser und Hotels und Restaurants sind ein wenig ruhiger.

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Eine Antwort

  1. Heinz Elflein

    Sie haben es voll erfasst. Wir fahren seit Jahren nach Alba und Umgebung. Natürlich wegen der Trüffel. Nur, wer auch wegen der wunderschönen Landschaft kommt, für den kommt die Trüffel-Zeit zu spät. Als wir zuletzt im Oktober da waren, hat man uns bedeutet, wir seien zu früh da. Sehr empfehlen kann ich das Hotel I Castelli in Alba, direkt am Rande der Altstadt. Wegen der Tartufo muss man sich allerdings in die Langhe begeben.

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