„Wir werden rückschauend Anfang 2018 feststellen, dass die Zahl der Neubewilligungen im zweistelligen Bereich gewachsen ist“, kündigt Uwe Baust (55) an. Der neue Vorstand der Stadtsparkasse, verantwortlich für das Firmenkundengeschäft, hat die Schlagzahl bei der Gewährung von Unternehmenskrediten erhöht. Bei einem Pressegespräch präsentierte er eine höchst selbstbewusste Stadtsparkasse, die in „eine kontrollierte Offensive“ starte – eine Trendwende gegenüber der bislang eher risikoscheuen Politik.

Baust, der als vierter Vorstand neben Karin-Brigitte Göbel (Vorsitzende), Stefan Dahm und Michael Meyer agiert, ist ehemaliger Commerzbank-Chef und seit Jahrzehnten erfahren in der Betreuung von Unternehmen. Über seinen neuen Arbeitgeber Stadtsparkasse sagt er: „Wir sind immer noch, mit großem Abstand, der Marktführer in Düsseldorf. Unser Marktanteil ist zehnmal so groß wie der der nächstgrößten Geschäftsbank.“

Die Nase vorn

Auch bei der Bereitstellung von Filialen habe Düsseldorfs größtes Institut die Nase vorn – das Angebot sei so groß wie das der fünf nachgeordneten Wettbewerber zusammen.

Das Geschäftsgebiet von Düsseldorfs größtem Geldinstitut, stellte der neue Vorstand dar, umfasse die Region in einem 100-km-Radius um Düsseldorf. In diesem Gebiet will Uwe Baust nicht nur heimische Unternehmen fördern, er legt auch einen Fokus auf Auslandsinteressen rheinischer Firmen. Dabei sei insbesondere die „Netzwerk- und Partnerqualität“ hilfreich. In Abgrenzung zu anderen Geschäftsbanken machte Baust deutlich, dass auch kleinere Investitionen im Ausland gefördert würden. Der neue Vorstand skizzierte den Wirtschaftsraum rund um Düsseldorf als einen der bedeutendsten Europas, der viele ausländische Investitionen anziehe. Er hob jedoch auch das Handwerk hervor, das eine bedeutende Stellung habe. Die Sparkasse sei mehr als ein Partner, sie sei „Teil der Realwirtschaft“, aber auch Teil der Bürgergesellschaft, die von dem Institut Jahr für Jahr mit rund drei Millionen Euro unterstützt werde.

Eines der stärksten Geldinstitute

Der Ex-Commerzbank-Chef hob die starke Kernkapitalquote von 18 % hervor, welche die Stadtsparkasse Düsseldorf zu einem der stärksten Geldinstitute in Deutschland mache. Bei allem angestrebten Wachstum werde man darauf achten, das Eigenkapital zu stärken und die Stressresistenz beizubehalten.

Das Auslandsgeschäft – im Visier insbesondere USA, Frankreich, Niederlande und Polen – und die Digitalisierung sieht Uwe Baust als Treiber für die Stadtsparkasse, sie sei die einzige voll mediale Bank der Stadt mit Multichannel-Zugängen.

Wie ein roter Faden zog sich durch den Speech des neuen Vorstands die Abgrenzung von anderen Banken. Baust wetterte gegen „Marketingsprech“ in Hochglanzbroschüren, Personalabbau und fehlende Kundennähe bei anderen Instituten. Der Rheinländer, der seine Karriere bei der Stadtsparkasse in Monheim begann, machte deutlich, dass er zweierlei bei seinem neuen Arbeitgeber wiedergefunden habe: bestens ausgebildetes Personal und eine sehr gute Unternehmenskultur. „Das hat sich nicht verändert.“

Der neue Vorstand, auf die Frage, inwieweit der digitale Wandel – Stichworte „disruptive Geschäftsfmodelle“ und „Industrie 4.0“ – Beratungsqualität erforderten: „Die Wirtschaft ist da schon besser aufgestellt als man denkt.“ Der Handwerker, der eine Drohne über ein Haus fliegen lässt, um sein Aufmaß zu machen, sei keine Ausnahme. Bei Kreditentscheidungen werde jedoch stets auch die Zukunftsfähigkeit der Firma unter diesem Aspekt geprüft.

Wolfgang Osinski

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