Ein markanter, roter Schriftzug, das Restaurant rundum verglast. Hohe, weiße, organisch wirkende Lampen säumen die zweigeteilte Terrasse mit 120 Plätzen. Ein raffiniertes, ausfahrbares Sonnensegel gewährt im Sommer Schutz. Und der Clou: Die gesamte Fensterfront des Restaurants ist zu öffnen, man sitzt im Sommer innen fast wie im Freien.

Das organische Design, Gaudi lässt grüßen, setzt sich im Inneren fort. Der Architekt, ein Grieche namens Dimitrios Koubourlis, hat hier beim Umbau einen exzellenten Job gemacht. Rund 1,8 Mio. Euro hat die Lindner-Gruppe, der das Haus gehört, investiert. Auch Pächter Santo Sabatino, der seit 2011 im Medienhafen das Bocconcino betreibt, hat tief in die Tasche gegriffen.

Das Naturdesign, mal floral wie bei den wertigen Stühlen auf der Terrasse, mal an Löcher in Termitenbauten erinnernd wie bei Raumteilern, Wanddekorationen und Abhängern vor den Fenstern, ist stimmig und vermittelt dem Gast in Verbindung mit dem Blick ins Grüne das Gefühl, in natürlicher Umgebung zu speisen – äußerst angenehm. Die italienischen Steinfliesen harmonieren mit der porösen Decke, an der die trendigen Edison Lights baumeln.

Rosati

Außergewöhnliches Ambiente: die Formen der Natur entlehnt, italienische Fliesen, die an Versteinerungen erinnern, dem griechischen Architekten ist ein guter Wurf gelungen

Die dominierenden beige-braunen Töne wirken nicht müde, die Einrichtung ist ein innenarchitektonisches Highlight, in dem es nur einen Stilbruch gibt: Der Maler Markus Tollmann hat sich an einer Säule und im Weinkeller etwas schrill verewigt.

Leitet das Spitzenrestaurant souverän und charmant: Stefano Scigliuzzo

Fast 40 Jahre war das alte Rosati mit der legereren Trattoria Rosati Due nebenan eine Institution, aus der Restaurant-Landschaft Düsseldorfs nicht wegzudenken. Remo und Enzo Rosati war es über viele Jahre gelungen, den Glanz zu erhalten.

Für den frischen Wind im neu gestylten Restaurant sorgen neben den 20 Mitarbeitern, zehn davon in der Küche, hauptsächlich Geschäftsführer Stefano Scigliuzzo (37), der zuvor 14 Jahre den Zollhof im Medienhafen führte, und Chefkoch Antonio Sancillo (52) aus Gargano, Apulien, sowie sein kreativer Souschef, Erwin Trungo, der im italienischen Senigallia in einem 2-Sterne-Restaurant gekocht hat. Sancillo schwört auf Qualität und Frische, etwa bei der Pasta: „Wir stellen alles selbst her“, sagt er stolz.

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass man ein Thunfisch-Steak nur kurz scharf anbrät und es innen rosa serviert. Doch was die Küche im Rosati mit dem Fisch anstellt, begeistert. Der „Tonno“ in Sushiqualität kam perfekt auf den Teller. Und die Beilagen! Gegrillte Polenta, Auberginen-Confit und eine mediterrane Gemüsevinaigrette, winzige, gestanzte Gemüsepartikel, serviert in einem halben Kohlrabi. Da ist auch der Preis von 27,50 Euro gerechtfertigt.

Rosati

Ein perfekt gebratener Thunfisch mit Polenta, Auberginen-Confit und mediterraner Gemüsevinaigrette

Auch den „Polipo“ haben wir probiert – gegrillter Oktopus auf Bohnenragout mit sautierten Cherrytomaten und Kräutern (14,50 Euro). Und den Salat mit warmem Ziegenkäse – Rucola und Feldsalat mit Birnen, dazu ein Balsamico-Dressing (11,50 Euro). Köstlich!

Pastafans kommen natürlich im Rosati auch auf ihre Kosten. Man probiere etwa die hausgemachten Tortelloni, gefüllt mit frischen Steinpilzen, mit Butter und Salbei und einer exzellenten Parmesansauce (13,50 Euro). Die Weinkarte genügt auch hohen Ansprüchen, wir haben uns mit dem Weißen Verdicchio (0,15 l / 6,50 Euro) und dem gleichfalls glasweise servierten Primitivo, einem Roten zu 5,90 Euro das Glas, begnügt.

So schön kann Steinbutt auf den Tisch kommen – das Auge isst mit

Viermal haben wir im Rosati gegessen, mittags und abends, viermal waren wir begeistert. Die Karte wechselt täglich und mittags kann man zu Preisen zwischen 8,00 und 14,00 Euro speisen. Und, ja, meine Damen: Die Desserts sind auch sehr zu empfehlen. Probieren Sie mal die „lauwarme Tiramisu nach Rosatis Art“ (11,50 Euro). Auch die „Dolci“ werden im Hause hergestellt, Nello, ein Konditormeister aus Sizilien, bürgt für Qualität. Das Credo des Rosati lautet „Italienisches Restaurant der gehobenen Küche“. Diese Einstufung ist gerechtfertigt. Das Restaurant hat sich nach wenigen Wochen bereits als IN-Italiener etabliert, in dem auch prominente Düsseldorfer sich wohlfühlen, darunter Unternehmer Josef Klüh, Goldschmied Georg Hornemann, Peter M. Endres (Präsident Reiter- und Rennverein) und „Mr. Touristik“ Klaus Laepple.

Geschäftsführer Stefano Scigliuzzo beweist mit Freundlichkeit und Umsicht allerbeste Gastgeberqualität. In einem Gespräch entschuldigt er sich: Ein Stammgast hat reserviert und sich Seezunge gewünscht. Die ist aus, aber im Bocconcino im Hafen verfügbar. Da setzt sich der Geschäftsführer ins Auto und holt sie. So geht Service.

Chefkoch Antonio Sancillo (52) und sein Team halten Kurs mit hoher Qualität

Für beste Dienstleistung steht auch Antonio, seit 26 Jahren „lebendes Inventar“ im Rosati. Souverän, kompetent, freundlich – und schnell, obwohl man ihm die Liebe zur italienischen Küche ansieht. Bemerkenswert im Rosati ist die Liebe zum Detail. So hat Geschäftsführer Stefano, obwohl Italiener, sich für Espresso des österreichischen Edelanbieters Julius Meinl entschieden, nicht nur wegen der feinen roten Tassen: „Es sollte halt der beste sein.“ Auf den Tischen schlanke Fläschchen für Olivenöl und Balsamico, zum Brot vorweg wird ein hausgemachter Aufstrich serviert, dazu schmackhafte schwarze Oliven. Geschirr und Gläser sind mit dem Schriftzug Rosati versehen.

Gut für Raucher: Ein Teil der Terrasse ist überdacht, dort sind Heizstrahler angebracht. Gut für Kinder: Eine Spielecke ist in Vorbereitung. Gut für Autofahrer: Der Parkplatz unmittelbar vor dem Haus ist geblieben, dank Einfahrautomat jetzt jedoch ausschließlich Gästen vorbehalten. Das Bedeutet, man findet fast immer einen bequemen Parkplatz vor und der Parkschein wird vom Kellner entwertet.

Zur Toilette, auf der man sich die Hände mit kleinen Frotteetüchlein abtrocknen kann, geht’s übrigens abwärts – mit einem eigens installierten Lift.

Für „Lust auf Düsseldorf“ ist das Rosati mit der Qualität in Küche und Service und seiner überzeugenden Konzeption ein großer Gewinn für die Düsseldorfer Gastro-Szene, ganz gewiss unsere „Nummer eins“ unter den Italienern im Sommer. So werden wir unserem langjährigen Lieblings-Italiener Amici nun gelegentlich untreu werden. Insbesondere dann, wenn Entertainment angesagt ist. Das soll zweimal monatlich stattfinden; einen Pianoabend mit Entertainer Giovanni Costello haben wir bereits genossen.

Restaurant Rosati

Felix-Klein-Straße 1
40474 Düsseldorf
Tel.: 0211 – 436 05 03
www.rosati.de
So. bis Fr. 12 bis 23 Uhr, Sa. 17 bis 23 Uhr

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