Dass die Deutschen gerne Bier trinken, ist kein Geheimnis und sogar international bekannt. Manchmal klar und goldfarben, manchmal trüb und dunkel – so wirken die Unterschiede der Biersorten für den Laien. Anders sehen es allerdings die Düsseldorfer, die beim Biergenuss besonderen Wert auf die Tradition legen. Das Nationalgetränk der Deutschen ist bereits tief in unserer Kultur verankert und da bleibt auch Düsseldorf nicht außen vor. Kein Besuch in der Stadt ist vollständig, ohne das legendäre „Altbier“ probiert zu haben. Das Bier wird in sechs Brauereien in Düsseldorf hergestellt und steht für Düsseldorfer Tradition und Geschmack. Pils wird in ganz Deutschland gerne getrunken, doch in Düsseldorf kommt das gute „Alt“ auf den Tisch. Wir haben uns einmal genauer angesehen, was Altbier ist, woher es stammt und wie es sich zum Kultgetränk der Region entwickelt hat.  

Was ist Altbier?

Beim Altbier handelt es sich um eine dunkle obergärige Biersorte, die in Düsseldorf hergestellt und besonders geliebt und gefeiert wird. Liebevoll wird es hier einfach nur „Alt“ genannt und ist in Düsseldorf aus keiner Kneipe, Restaurant oder Supermarkt wegzudenken. Sämtliche Städte der Welt haben ihr typisches Getränk oder eine typische Speise, das zur örtlichen Kultur dazugehört. So wie in Köln Kölsch getrunken wird, so wie Dublin für das Guinness in den vielen Pubs bekannt ist, so gehört das Alt zu Düsseldorf. Es ist typisch für eine meist bronze- oder bernsteinartige Farbe und seinen vollen Geschmack. Nach „alter“ traditioneller Art wird das Bier bei hoher Temperatur gegärt, wodurch es sich vom untergärigen „neuen“ Bier – wie etwa das Pils – unterscheidet. Das Resultat ist neben der dunklen Farbe durch das Darrmalz ein vollmündiger, fruchtiger Hopfengeschmack, den die Düsseldorfer lieben.

Ein Blick in die Geschichte

Alt hat in Düsseldorf bereits eine langjährige Tradition, immerhin soll es das Alt bereits vor 3.000 Jahren gegeben haben. Das Gären bei höheren Temperaturen kann auf die Rahmenbedingungen der damaligen Zeit zurückgeführt werden, da zu jener Zeit das Kühlen bei der Zubereitung noch nicht möglich war. Erst als 1871 die technische Kühlung entwickelt wurde, entstand das heute beliebte untergärige Pils, das im Gegensatz zum Altbier bei geringen Temperaturen gegärt wird. Der Legende nach waren es die Mönche, die in Düsseldorf das Altbier erstmalig herstellten. Zu Zeiten des Fastens sollen die Mönche es heimlich hergestellt haben, um es als „flüssiges Brot“ zu sich zu nehmen. Es handelte sich dabei um das Stike-Alt Starkbier mit sechs Prozent Alkoholgehalt statt den üblichen fünf Prozent. Daraus entwickelte sich die bis heute beständige Tradition, Starkbier zur Fastenzeit zu genießen. Das Altbier, wie man es heute kennt, soll sich im 19. Jahrhundert entwickelt haben, wo der Herstellungsprozess erstmalig durch technische Unterstützung stattfand. Trotz der neuen Technologien wird viel wert auf die alte, traditionelle Zubereitungsweise gelegt, die das Alt so einzigartig macht.

Düsseldorf als Heimat des Alts

Dass das Bier in Düsseldorf entwickelt wurde, lässt sich einmal auf die geografische Lage der Stadt zurückführen. In Düsseldorf herrscht über das ganze Jahr ein mäßiges Klima, das bedeutet, der Sommer ist nicht zu heiß und der Winter ist nicht zu kalt. Da das Altbier bei etwa 22 Grad gegärt wird, bietet die Stadt hervorragende Konditionen für das ganzjährige Brauen. Das Klima und die Liebe zur Tradition ließ das Düsseldorfer Alt entstehen. Noch heute wird das Bier in sechs Hausbrauereien zubereitet. Füchschen, Schumacher, Schlüssel und Uerige sind die alten Hausbrauereien, die das traditionsreiche Getränk zubereiten. Inzwischen haben sich auch weitere Varianten des Biers entwickelt, wie etwa das „Kürzer Alt“ der Kürzer-Brauerei in der Altstadt Düsseldorfs sowie das „Gulasch Alt“ aus Oberkassel, das 2011 durch die Wirte Klaus Unterwaining und Jürgen Flohr ins Leben gerufen wurde. Unterwaining ist unter dem Spitznamen „Gulasch“ bekannt, der dem „neuen“ Alt seinen Namen gab.

Das Alt zeigt die Liebe der Düsseldorfer zur Tradition. Es gehört zweifelsohne zur Kultur Düsseldorfs und ist für Bierfreunde ein absolutes Must-Try bei einem Besuch der Stadt. Um das Altbier hat sich inzwischen ein ganzes Unterhaltungsprogram etabliert, so kann beispielsweise die Hausbrauerei Schlüssel besichtigt werden, es werden „Altbier-Safaris“ angeboten, die Besucher in die Welt des Alts einführen, das Lied „Altbierliebe“ der Toten Hosen sorgt für gute Stimmung und sogar ganze Bücher widmen sich bereits dem guten alten Altbier. Beim Alt handelt es sich also eindeutig um mehr als nur ein Getränk.

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